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Otto Heinz Werner konnte zwar nur wenige Monate Student an der Halleschen Kunsthochschule Giebichenstein sein, dies aber zu einer Zeit als dort so hervorragende Lehrer tätig waren wie Erwin Hahs, Charles Crodel, Herbert Post, Gerhard Marcks, Gustav Weidanz, Karl Müller und Maguerite Friedländer. Unter seinen Komilitonen waren Künstler wie Kitzel, Bachmann, Steffens, Zilling, Knispel. Wie aus seinen Lebenserinnerungen hervorgeht, war diese kurze Zeit trotzdem prägend für seine spätere künstlerische Entwicklung.

Unsere Ausstellung „Arbeiten auf Papier“ umfaßt sowohl erste Studien aus seiner Zeit an der "Burg" vom Anfang der 30er Jahre, als auch Bleistiftzeichnungen aus den 1950er Jahren, wo der Künstler noch in Halle u.a. als Mitglied der Fähre und Vorsitzender des Halleschen Kunstvereins tätig war, ebenso aber auch Pastelle und Kollagen aus seinen späteren Jahren in Gifhorn.

Einige Arbeiten Werners sind bei seiner Flucht in die Bundesrepublik verloren gegangen, das Wissen um den Verbleib vieler Bilder ist zudem lückenhaft, ein Werksverzeichnis liegt nicht vor. Eine repräsentative Darstellung seines künstlerischen Werkes ist daher nicht möglich.

Allerdings düfte unsere Ausstellung Schlaglichter auf einige verschiedene Schaffensphasen des Künstlers gestatten. Zudem haben einzelne in unserer Ausstellung gezeigte Zeichnungen einen biografischen Bezug. So hat Werner mehrere Porträts von seinem Studienfreund Meinholf Splett angefertigt, mit dem er über längere Zeit auch sein Atelier teilte. Eine Bewegungsstudie des "Balettmeisters Kamroth" ist vielleicht auf einem der Feste entstanden, die der in den 30er Jahren in Halle sehr bekannte Tänzer recht
häufig veranstaltete und auf denen Otto Heinz Werner ein gern gesehener Gast war. Akribisch dokumentiert eine aquarellierte Federzeichnung sein Atelier: durch den Schreibtisch halb verdeckt ist ein Stuhl von Marcel Breuer zu erkennnen, das Bücherbord ist mit einer Keramik von Walter Gebauer drapiert. Schon wegen ihrer Farbigkeit dominieren vermutlich in der hier gezeigten Auswahl die Pastelle der 50er und 60er Jahre, die zeittypisch organische Flächen rhythmisch in Bezug setzen. Ausdruck für eine ständige Auseinandersetzung mit neuen Techniken dürften zwei Kollagen aus der späten Schaffensphase des Künstlers sein.