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Nr. 2767

Aquarell: Sitzender weiblicher Akt

Fritz Kuhr (1899 - 1975)
Bauhaus und Umfeld
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Das Aquarell war ehemals auf eine (allerdings nicht säurefreie) Unterlage montiert, siehe Foto. Diese mußte aus konservatorischen Gründen gelöst werden. Die Arbeit ist rechts unten signiert und datiert mit "1940". Der Stempel des noch nicht veröffentlichten Werksverzeichnisses mit der Nr. 1178 sowie den Unterschriften der beiden Nachlaßverwalter Famulla und Schütze war auf der Unterlage aufgebracht, von der das Blatt aber gelöst wurde. Im Randbereich ein hinterlebter Einriss, ansonsten eher geringe Alters- Griff- und Lagerspuren. Größe des Blattes, welches einige außerhalb der Darstellung liegende Unregelmäßigkeiten aufweist (siehe Foto) beträgt ca. 43 x 23 cm. Es handelt sich hierbei um eine seltene, relativ frühe Arbeit des Künstlers (durch die kriegsbedingte Zerstörung des Ateliers sind Kuhr-Arbeiten aus dieser Zeit kaum noch auf dem Markt).

zu Fritz Kuhr: geb. am 10.05.1899 in Lüttich / Belgien; 1922 Begegnung mit Otto Pankok, daraufhin Gründung einer Laienkünstlergruppe; ab 1923 Studium am Bauhaus Weimar, ab 1925 in Dessau; 1926-28 Vertreter der Studentenschaft im Meisterrat des Bauhauses; 1927 Gesellenprüfung als Wandmaler vor der Handwerkskammer Dessau; 1928/29 Mitarbeiter des Werkstattleiters in der Werkstatt für Wandmalerei unter dem Jungmeister Hinnerk Scheper, ist u.a. für die farbliche Gestaltung des Meisterhauses in Dessau von Paul Klee verantwortlich; 1928 bis 30 Lehrer für gegenständliches Zeichnen sowie für Akt und Portrait bzw. Figur am Bauhaus; 1930 Ausscheiden aus dem Bauhaus und Übersiedlung nach Berlin, wird dort vertreten durch die Galerie Ferdinand Möller (die alljährlich auch von Kuhr eine größere Einzelausstellung zeigt), beteiligt sich zudem an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, z.B. 1930 an "Vision und Formgesetz"; 1932 Begegnung mit Ernst Ludwig Kirchner; mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wird sein Werk diffamiert, so werden auch Arbeiten von Kuhr in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt; in dieser Zeit Verzicht auf öffentliches Auftreten; 1943 und 44 Ausbombung mit Zerstörung fast des gesamten künstlerischen Werkes; 1948 Berufung als Hochschullehrer an die pädagogische Abteilung der Hochschule für bildende Künste Berlin; 1948 - 71 Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen; am 25.02.1975 in Berlin verstorben

Quelle: Künstlerlexikon Vollmer, Peter Hahn: "Junge Maler am Bauhaus" und von Kuhr selbstverfaßter Lebenslauf