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Nr. 2277

Mischtechnik, ohne Titel (figurale Komposition)

Fritz Kuhr (1899 - 1975)
Bauhaus und Umfeld
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Figurale Komposition (Mischtechnik), die den Einfluß von Paul Klee erkennen läßt, dessen langjähriger Schüler Kuhr am Bauhaus war. Am Oberrand skizzenhafte Darstellung von Musikern, hier ist ein Bezug zur Bauhauskapelle anzunehmen, in der der Künstler auch Mitglied war. Blattgröße ca. 39 x 41,5 cm, Größe der Darstellung ca. 26 x 20,5 cm. Außerhalb der Darstellung am linken Rand größerer Wasserfleck sowie Verschmutzungs- und Knickspuren. Rückseitig Nachlaßstempel und handschriftliche Unterschrift sowohl vom Nachlaßverwalter Herrn Famulla als auch vom Sohn des Künstlers; Nr. des vorläufigen Werkverzeichnisses: 262. Sehr seltene, frühe Arbeit - wohl aus den 20er Jahren (durch die kriegsbedingte Zerstörung des Ateliers sind Kuhr-Arbeiten aus dieser Zeit kaum noch auf dem Markt).

zu Fritz Kuhr: geb. am 10.05.1899 in Lüttich / Belgien; 1922 Begegnung mit Otto Pankok, daraufhin Gründung einer Laienkünstlergruppe; ab 1923 Studium am Bauhaus Weimar, ab 1925 in Dessau; 1926-28 Vertreter der Studentenschaft im Meisterrat des Bauhauses; 1927 Gesellenprüfung als Wandmaler vor der Handwerkskammer Dessau; 1928/29 Mitarbeiter des Werkstattleiters in der Werkstatt für Wandmalerei unter dem Jungmeister Hinnerk Scheper, ist u.a. für die farbliche Gestaltung des Meisterhauses von Paul Klee in Dessau verantwortlich; 1928 bis 30 Lehrer für gegenständliches Zeichnen sowie für Akt und Portrait bzw. Figur am Bauhaus; Mitglied der Bauhauskapelle; 1930 Ausscheiden aus dem Bauhaus und Übersiedlung nach Berlin, wird dort vertreten durch die Galerie Ferdinand Möller (die alljährlich auch von Kuhr eine größere Einzelausstellung zeigt), beteiligt sich zudem an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, z.B. 1930 an "Vision und Formgesetz"; 1932 Begegnung mit Ernst Ludwig Kirchner; mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wird sein Werk diffamiert, so werden auch Arbeiten von Kuhr in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt; in dieser Zeit Verzicht auf öffentliches Auftreten; 1943 und 44 Ausbombung mit Zerstörung fast des gesamten künstlerischen Werkes; 1948 Berufung als Hochschullehrer an die pädagogische Abteilung der Hochschule für bildende Künste Berlin; 1948 - 71 Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen; am 25.02.1975 in Berlin verstorben

Quelle: Künstlerlexikon Vollmer, Peter Hahn: "Junge Maler am Bauhaus" und von Kuhr selbstverfaßter Lebenslauf