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Nr. 3013

Holzschnitt "Die Ziege"

Richard Seewald (1889 - 1976)
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Holzschnitt (Jentsch H81 II), Maße ca. 15,5 x 21 cm, rückseitig typografisch bezeichnet: "Seewald: Die Ziege, Holzschnitt". Geringe Lagerspuren, am Blattrand Reste der Bindung.

aus Kurt Pfister "Deutsche Graphiker der Gegenwart" mit 23 Künstler-Originalbeiträgen, Verlag von Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1923.

Richard Seewald (* 4. Mai 1889 in Arnswalde/Neumark; † 29. Oktober 1976 in München) war ein deutscher Maler und Schriftsteller. Der Zeichner, Maler und Illustrator Richard Seewald kommt am 4. Mai 1889 in Arnswalde zur Welt. 1909 beginnt er auf Wunsch seines Vaters in München Architektur zu studieren, wendet sich jedoch bald als Autodidakt der Malerei zu. Nachdem einige noch im Gymnasium entstandene Zeichnungen für die Wochenzeitschrift "Die Jugend" angenommen worden waren, beginnt Seewald auch für die Münchner "Meggendorfer Blätter" und die Berliner "Lustigen Blätter" Karikaturen zu zeichnen und verdient sich dadurch seinen Lebensunterhalt. Er reist 1911 nach London um kurz entschlossen seine Frau Uli zu heiraten. Die Moderne Galerie Heinrich Thannhauser, die regelmäßig Werke junger Münchner Künstler vorstellt, zeigt erstmals eine Auswahl grafischer Blätter Richard Seewalds. Angeregt durch die malerischen Effekte einer Kaltnadelradierung, entsteht 1913 auf der Insel Rab sein erstes Ölgemälde. Im November des Jahres gründet sich die "Neue Sezession" in München, zu deren Mitgliedern auch Richard Seewald gehört, bald danach tritt der Künstler auch dem "Deutschen Künstlerbund" bei. Seewald illustriert die Schnupftabaksdose für Hans Bötticher (Pseudonym: Ringelnatz) und wird ein begehrter Illustrator, so etwa für Daniel Defoe`s "Robinson Crusoe" und die "Penthesilea" von Heinrich von Kleist sowie sein eigenes erstes Buch "Tiere und Landschaften". Bei dem münchener Kunsthändler Hans Goltz findet 1919 eine wichtige Einzelausstellung statt. Seewald reiste immer wieder in den Mittelmeerraum, illustrierte seine eigenen, und die Bücher anderer Autoren. In dieser Zeit veränderte sich sein zeichnerischer Stil zugunsten einer tonigen Malerei. Erst 35-jährig wird Richard Seewald während eines Auslandsaufenthaltes in Positano 1924 als Professor an die Kölner Werkschulen berufen. 1931 beschließt Seewald unter dem Eindruck eines geänderten kulturpolitischen Klimas in Köln endgültig in die Schweiz nach Ronco sopra Ascona im Tessin zu ziehen, wo er 1939 Ehrenbürger wird. Er malt und schreibt von jetzt an gleichermaßen intensiv. 1929 konvertiert der Künstler zum katholischen Glauben und nimmt in Folge auch Aufträge für Wandbilder im sakralen Raum an (z.B. malt er ein Chorwandbild in der Dominikus Böhm-Kirche Stella Maris auf Norderney). Zum ersten Mal nach dem Krieg betritt Seewald 1948 wieder deutschen Boden, es dauert jedoch bis 1954, bis er in das dortige Kulturleben zurückkehrt. Er nimmt das Angebot einer Professur an der Akademie der Bildenden Künste in München an, vier Jahre später legt Seewald das Amt nach Unstimmigkeiten mit dem Präsidium der Akademie nieder. Nach dem Tode seiner Frau verbrennt Richard Seewald rund 150 seiner Bilder sowie hunderte von Skizzen, Entwürfe und Korrespondenz. Richard Seewald stirbt am 29. Oktober 1976 in München. Seine Skizzenbücher vermacht er dem Germanischen Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg. Sein gesamtes übriges Eigentum stiftet er der Schweizer Nationalstiftung "Pro Helvetia", um seinen Dank an die Schweiz auszudrücken. Quelle bzw. Zitat aus Wikipedia